31.5.2020 – Jagdwilderei in Irsingen

1.6.2020 Irsingen. Am Sonntagvormittag fand eine 70-jährige Spaziergängerin beim Gassigehen mit ihren Hunden im Bunkerwald ein am Wegesrand liegendes Rehkitz.

Da sie sich sorgte, dass das Kitz schutzlos für andere Hunde oder Fressfeinde dort lag, entschied sie sich leider, es mit nach Hause zu nehmen. Dies war jedoch die denkbar schlechteste Entscheidung, die die Frau treffen konnte.

Das gerade einmal ein bis zwei Tage alte Kitz wäre eigentlich – selbst wenn es direkt am Wegesrand liegt – für Hunde kaum zu erschnüffeln und daher gut geschützt, solange es sich reglos verhält.

Sobald die Spaziergängerin sich mit ihren Hunden weit genug entfernt hätte, wäre das Muttertier wieder zurückgekehrt und hätte sich um ihr Kitz kümmern können.

Da die Frau es jedoch mit nach Hause genommen hatte und die Rehgeiss das eigene Kitz aufgrund des nun fremden menschlichen Geruchs nicht mehr als das eigene erkannt und daher nicht mehr aufgenommen hätte, musste mithilfe des Jagdpächters eine Auffangstation für das nun verwaiste Kitz gefunden werden.

Ohne menschliches Zutun hätte das Kitz allerdings seine Mutter gar nicht verloren. Die vermeintliche Tierhelferin erwartet nun zusätzlich noch eine Strafanzeige wegen Jagdwilderei.

Ebenfalls am Sonntagnachmittag wurde der Polizei Bad Wörishofen ein weiterer Fall von Jagdwilderei mitgeteilt. Diesmal wurde ein Rehkitz in der Nähe von Irsingen offensichtlich durch den Verbiss von Hunden getötet.

Es wird darauf hingewiesen, dass Jagdpächter in ihren Revieren dazu befugt sind, Hunde zu erschießen, welche Wild nachstellen. Sämtliche Hundehalter werden daher nachdrücklich aufgefordert, ihre Hunde nicht unbeaufsichtigt frei laufen zu lassen.

(PI Bad Wörishofen)

Symbolfoto (© Bayerische Polizei)
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