Flüchtlingshilfe: Landkreis Unterallgäu will Ehrenamtliche unterstützen

10.6.2015 Landkreis Unterallgäu. Es geht um Fahrdienste, um Deutschkurse oder um gemeinsame Aktionen. Aber es geht eben in vielen Fällen nicht nur darum. Meist steckt viel, viel mehr hinter dem ehrenamtlichen Einsatz, den inzwischen schon so viele engagierte Menschen für die Asylbewerber im Unterallgäu erbringen.

Wie der Landkreis die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit noch besser unterstützen kann, war jetzt Thema im Kreisausschuss. Isabel Mang stellte ein neues Projekt der Freiwilligenagentur Schaffenslust vor, das genau hier ansetzt.

Mit eindrucksvollen Beispielen verdeutlichte Mang den Kreisräten, dass die bestehenden ehrenamtlichen Initiativen teilweise schon jetzt an ihre Grenzen kommen – weil das persönliche Engagement manchmal fast zu groß ist, weil es nicht einfach ist, die notwendige Distanz zu den Schicksalen der Flüchtlinge zu bewahren, weil ein Austausch mit anderen Initiativen noch fehlt. Hier will Schaffenslust ansetzen: Als Anlaufstelle für alle ehrenamtsspezifischen Anliegen und mit speziellen Schulungen, in denen es beispielsweise um den Umgang mit belastenden Erfahrungen ebenso gehen kann wie um die Themen Nähe und Distanz, Zusammenarbeit in der Gruppe, Motivation und Anerkennung oder Grenzen des Ehrenamts. Zudem sollen in Zusammenarbeit mit der neuen Koordinationsstelle Asyl im Landratsamt regelmäßige Treffen für die Ehrenamtlichen organisiert werden, um den Erfahrungsaustausch zu fördern. Für die dafür notwendige Stelle hofft die Freiwilligenagentur auf Mittel aus dem europäischen LEADER-Programm.

Wie Landrat Hans-Joachim Weirather und die Mitglieder des Kreisausschusses unisono deutlich machten, steht der Landkreis uneingeschränkt hinter dem Projekt. Dafür verdoppelte der Kreisausschuss die beantragte Kofinanzierung von 10.050 Euro sogar auf 20.100 Euro. Auf diese Weise kann die neue Stelle mehr Stunden pro Woche tätig sein. Spätestens im Oktober soll sie ihre Arbeit aufnehmen.

Die neue Anlaufstelle der Freiwilligenagentur ergänzt damit, wie Landrat Hans-Joachim Weirather betonte, optimal die neue Koordinationsstelle Asyl im Landratsamt: Elena Münnich ist seit Mai 2015 Ansprechpartnerin für Gemeinden und Ehrenamtliche. Zu ihren Aufgaben gehören die Beratung und Unterstützung von Freiwilligen und Gruppen, die sich für die im Unterallgäu untergebrachten Asylbewerber engagieren. Sie koordiniert die Hilfsangebote für Asylbewerber und informiert zum Beispiel über Themen wie das Asylverfahren, Leistungen für Asylbewerber und das Kilometergeld für ehrenamtliche Fahrdienste. Zudem hilft sie bei der Vermittlung von gemeinnütziger Arbeit. Die neue Koordinatorin hat eine wichtige Scharnierfunktion zwischen allen Beteiligten.

„Es gibt viel zu tun, um die Herkulesaufgabe Flüchtlingshilfe zu stemmen“, sagte Weirather.

Zahlen, Daten, Fakten:

Aktuell leben 888 Flüchtlinge im Unterallgäu (Stand 8. Juni 2015). Darunter sind auch bereits abgelehnte oder anerkannte Asylbewerber, die noch in den Unterkünften leben.

569 Flüchtlinge leben in den derzeit 48 dezentralen Unterkünften in 27 Gemeinden. Zudem sind 298 Menschen in den vier Gemeinschaftsunterkünften der Regierung von Schwaben untergebracht.

Zum Jahresende werden nach den derzeit vorliegenden Zahlen voraussichtlich rund 1300 Asylbewerber im Unterallgäu leben.

Nähere Informationen und sämtliche Ansprechpartner zum Thema Asyl findet man im Internet unter www.unterallgaeu.de/asyl

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