Milchmarkt 2013 stabil

„Die Milchmärkte sind derzeit sehr stabil“, beschreibt Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes die derzeitige Marksituation im Rahmen der Jahrestagung in Frankfurt am Main.

17.10.2013. Der Herbst 2013 startete mit höheren Preisen bei den Notierungen, im LEH und auch auf der Rohmilchseite. Den Molkereien wurde mehr Milch als noch im Vorjahr angeliefert (+1,6 Prozent). „Für die Milcherzeuger wird ein Rekordjahr sehr wahrscheinlich – trotz des langen und kalten Winters und der Schäden durch das Hochwasser im Sommer“, führt Dr. Engel aus.

Der Milchmarkt bleibt aber weiter volatil und zieht mitunter auch die vorgelagerten Bereiche (z.B. Fruchtzubereitungen) mit. Auch die Verbraucher gewöhnen sich an die neue Preisbewegung und das neue Preisgefüge. Im EU Vergleich bleibt Deutschland trotzdem weiterhin vergleichsweise günstig für die Verbraucher. „Hohe und volatile Lebensmittelpreise sind keine Übergangserscheinung“ warnte auch FAO-Direktor da Silva in Rom vergangene Woche (07.10.2013).

Mit leichter Sorge werden jedoch die Inlandsabsätze der deutschen Molkereien betrachtet. Nach GfK Angaben blieb die private Nachfrage bei allen beobachteten Produkten hinter dem Vorjahresniveau zurück. Von den Marktexperten wird hier als Grund die fortschreitenden Überalterung und das damit einhergehende geänderte Konsumverhalten als Grund angeführt. Hoffnungsträger ist deshalb der ausländische Absatzmarkt mit vergleichsweise junger Bevölkerung und dem Trend zu mehr Milchkonsum.

Die Produktion von Käse, vor allem Schnittkäse, konnte weiter ausgebaut werden. In den ersten sieben Monaten ist fast die Hälfte des deutschen Käses exportiert worden. Hauptinteressenten waren die EU Nachbarn wodurch deutsche Molkereien hier 8 Prozent mehr Ware absetzen konnten. Etwas Wehmut kommt bei der Betrachtung der Exporte in Drittländer auf: Gerade der Käse als Zugpferd im Export hat mit erheblichen Rückgängen zu kämpfen. Russland ist als Marktpartner weggebrochen. Die Molkereien bauen sich jedoch neue Märkte auf, was erfahrungsgemäß jedoch seine Zeit benötigt.

Insgesamt liegen die Exporte der deutschen Milchwirtschaft aber auf dem bereits sehr hohem Niveau des Vorjahres. Dr. Engel stellt hierzu fest: „Die gute Qualität der Produkte der deutschen Molkereien führt zu einer regen Nachfrage nicht nur im EU-Ausland. Vor allem in China, Vorderasien und Nordafrika wächst der Milchkonsum rasant“. Seit 2007 hat sich beispielsweise der Export deutscher Trinkmilch nach China vertausendfacht. Tendenz: weiter steigend.

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