Notfallplan für Tagesmütter im Unterallgäu

5.12.2018 Landkreis Unterallgäu. Ein wichtiger Baustein der Kinderbetreuung im Landkreis ist die Kindertagespflege. Dabei werden Kleinkinder im Alter von null bis drei Jahren von einer qualifizierten Tagespflegeperson in deren Zuhause betreut.

Was aber passiert, wenn eine Tagesmutter plötzlich ausfällt, damit hat sich der Jugendhilfeausschuss des Unterallgäuer Kreistags jetzt in seiner Sitzung befasst und die „Richtlinie zur Kindertagespflege“ entsprechend aktualisiert. In diesem Zuge erhalten die Tagesmütter und -väter zum 1. Januar 2019 auch etwas mehr Geld für besondere Betreuungszeiten.

Derzeit gibt es im Unterallgäu laut Projektleiterin Heidrun Kornegger-Tausch von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) 53 aktive Tagesmütter und -väter. Sie betreuen insgesamt 126 Kinder. Damit die Eltern sich darauf verlassen können, dass die Betreuung zu den vereinbarten Zeiten auch dann klappt, wenn eine Tagesmutter kurzfristig ausfällt, wurden und werden so genannte Betreuungsteams aufgebaut.

Diese bestehen laut Kornegger-Tausch aus bis zu fünf Tagesmüttern einer Region, die sich regelmäßig mit „ihren“ Kindern treffen. So sollen die Kinder auch eine andere Tagesmutter kennenlernen, damit diese im Notfall die Betreuung übernehmen kann.

Für den Mehraufwand, den die Tagespflegepersonen durch die regelmäßigen Treffs haben, erhalten sie künftig monatlich 30 Euro. Der Jugendhilfeausschuss empfahl dem Kreistag einstimmig, die hierfür notwendigen Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Weitere Themen im Jugendhilfeausschuss in Kürze:

Erziehungsberatung soll ausgebaut werden: Um Sprechzeiten vor Ort anbieten zu können, soll die Erziehungsberatungsstelle in Memmingen um eine halbe Vollzeitstelle verstärkt werden. Dafür hat sich der Jugendhilfeausschuss einstimmig ausgesprochen. Letztes Wort darüber hat der Kreistag, der die nötigen finanziellen Mittel im Haushalt 2019 bereitstellen muss. Geplant ist, ab Mai 2019 zum Beispiel Sprechstunden in Kindergärten anzubieten oder in Elterncafes zu gehen, um so möglichst viele Eltern zu erreichen und ihnen unkompliziert Tipps und Hilfen bei der Erziehung anbieten zu können.

Kreishaushalt im Bereich Jugendhilfe: Die einzelnen Posten des Kreishaushalts im Bereich der Jugendhilfe im kommenden Jahr stellte Jugendamtsleiterin Christine Keller dem Jugendhilfeausschuss vor. Ausgaben in Höhe von insgesamt 12,3 Millionen Euro stehen Einnahmen in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro gegenüber. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder dafür aus, die Ansätze wie vorgestellt zu bilden. Endgültig über den Gesamthaushalt 2019 entscheiden wird der Kreistag im März.

Elterntalk kommt gut an: Gut komme auch nach 16 Jahren noch der Elterntalk im Unterallgäu an, informierte Regionalbeauftragte Stefanie Wagner. 2017 hätten insgesamt 53 Termine stattgefunden, an denen 307 Eltern teilnahmen – etwa ein Viertel davon mit Migrationshintergrund. Beim Elterntalk handelt es sich um zwanglose, aber moderierte Gesprächsrunden, bei denen sich Eltern austauschen können. Die Themenpalette reicht von Erziehung, Medien, Konsum und Suchtprävention bis hin zum gesunden Aufwachsen in der Familie.

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