Teilverkehrsfreigabe der Ortsumgehung Marktoberdorf

13.8.2020. Die Arbeiten an der Ortsumfahrung Marktoberdorf, Bertoldshofen sind soweit fortgeschritten, dass die neue B16, d.h. die Ortsumfahrung Marktoberdorf westlich von Bertoldshofen für den Verkehr freigegeben werden kann.

Somit ist als Teil des Gesamtprojektes die Verbindung in Nord-Süd Richtung zwischen Kaufbeuren-B12 -Schillenberg-St2008 ins südliche Ostallgäu geschaffen, um die Ortsdurchfahrten von Marktoberdorf und Bertoldshofen vom Durchgangsverkehr auf dieser Fahrbeziehung zu entlasten. Die Strecke kann ab sofort befahren werden.

Am Mittwoch, 12. August 2020, nachmittags wurde die Straße für den Verkehr freigegeben. Während einer kurzen Pressinformation konnten Vertreter der örtlichen Politik u.a. Frau MdL Angelika Schorer, Herr MdB Stephan Stracke, Frau Landrätin Maria-Rita Zinnecker, Herr Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, Vertreter der Verwaltungen und der Baufirma Hubert Schmid die letzten Absperrungen entfernen und die ersten Verkehrsteilnehmer am neuen Kreisverkehr nördlich von Bertoldshofen begrüßen.

Der freigegebene Streckenabschnitt ist Teil der neuen B16 und ersetzt künftig die B472 und die Kr OAL5. Er beginnt weiterführend vom Kreisverkehr Schillenberg an der neuen Einmündung westlich von Bertoldshofen, führt zum neuen Kreisverkehr nördlich Bertoldshofen und bindet südlich von Kreen wieder auf die Kr OAL5 ein.

Dieser Bauabschnitt ist der erste Teil des Gesamtsystems der B16 / B472 Ortsumfahrung Bertoldshofen. Damit wird die erste Teilentlastung der Ortsdurchfahrten Marktoberdorf und v.a. Bertoldshofen erreicht. Die Nord-Süd Verbindungen ab B12 in Richtung Kreisverkehr Schillenberg (B16) und Hochwies (St2008) ins südliche Ostallgäu können damit jetzt westlich an Bertoldshofen vorbeifahren. Wir gehen davon aus, dass es auch eine Teilverlagerung des Durchgangsverkehrs aus der OD Marktoberdorf auf die neue B16 gibt.

Im Bauablauf des Projektes bestimmt der Tunnel Bertoldshofen die Gesamtfertigstellung. Das Staatliche Bauamt Kempten wollte die Bauzeit des Tunnels nutzen, um bereits jetzt eine verkehrswirksame erste Verbesserung zu erreichen. Weitere Schritte zur Entlastung der Ortsdurchfahrten werden sein: Anschluss der neuen B16 an die B12 und die neue B472 durch den Tunnel, die dann den Nord-Süd-Verkehr Richtung Schongau und die Ost-West Richtung um Bertoldshofen herumführt.

Im Zuge dieses Bauabschnittes wurden 2 Brücken gebaut, die Überführung des öffentlichen Feld- und Waldweges „am Hart“ über die B16, der auch als Rad- und Gehweg genutzt wird und die Unterführung der Gemeindeverbindungsstraße nach Kreen unter der B16.

Auf einer Länge von 3,2 km wurde die B16, einschliesslich des Kreisverkehrs nördlich von Bertoldshofen neu gebaut bzw. auf den Bestand der B472 und OAL5 angepasst.

Hierzu wurden rd. 35.000 m³ Erdmassen bewegt. Zur Gründung der Straße in den wenig tragfähigen Lehmböden neben der Geltnach wurden 30.000 to an grobgebrochenen Gesteinsblöcken, sog. Schroppen geliefert. Für den Straßenoberbau werden rd. 29.000 m³ Kies benötigt. Die Straßenfläche der B16 und der kreuzenden und begleitenden Wege umfasst 34.500 m².

Zur Ableitung des Hangwassers und als Ersatz bestehender Drainagen wurden 1.600 m Entwässerungsleitungen verlegt. Ein zentrales Rückhaltebecken sammelt das neben der Straße anfallende Wasser, dort wird es über Versickerung dem Wasserkreislauf zurückgeführt. 14 Rohr-Durchlässe sorgen dafür, dass die hydrologischen Verhältnisse und Retentionsräume im Geltnachtal erhalten bleiben

9.200 Laufmeter Fahrbahnmarkierung dienen dem Verkehrsteilnehmer zur Orientierung und 990 m Schutzplanken tragen deutlich zur Steigerung der passiven Verkehrssicherheit bei.

Zwischen dem Kreisverkehr nördlich Bertoldshofen und der Verbindung zur OAL5 südlich von Kreen rückt die neue B16 auf rd. 800m von der Kreisstraße OAL5 ab. Dadurch entsteht ein Grünstreifen von gut 30 m Breite direkt neben der Geltnach. Diese rd. 20.000 m² Fläche sind Teil der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff durch den Straßenneubau. Der Bereich wird in den kommenden Jahren naturnah gestaltet und bepflanzt. In diesem Zusammenhang wird auch großer Aufwand für den Schutz querender Amphibien und Kleintiere betrieben. Auf rd. 1.700 m Länge sind Amphibienleiteinrichtungen in Form von Betonfertigteilprofilen verbaut, die über 6 Rechteckdurchlässe „Krötentunnel“ das sichere Unterqueren der B16 ermöglichen.

Die Baukosten für diese Teilstrecke betragen rd. 6,2 Mio. € als Teil der 54,5 Mio. € Kosten des Gesamtprojektes.

Wallfahrtskirche St. Alban

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