Winterliche Waldbegehung im Lauber Wald

13.12.2018 Memmingen. Forstamtsleiter informiert Bürgermeister, Stadträte und Referatsleiter über Strukturdurchforstung.

Gemeinsam mit zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten, Referatsleiterinnen und Referatsleitern trafen sich Oberbürgermeister Manfred Schilder, Bürgermeisterin Margareta Böckh und Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger im Lauber Wald zu einer winterlichen Waldbegehung. Forstamtsleiter Stefan Honold erklärte dabei unter anderem das Konzept der Strukturdurchforstung und des Waldbadens.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Oberbürgermeister Manfred Schilder, der alle Anwesenden herzlich willkommen hieß, ging es auch schon los. Auf dem Rundweg durch den Wald erfuhren alle Teilnehmer viel über den Wegebau im Wald und auch darüber, was der Wald sonst noch alles bietet. Nicht erst seit dem Wellness-Trend aus Japan, dem Waldbaden, ist die herausragende Bedeutung des Waldes für Freizeit und Erholung bekannt.

Auch als Rohstofflieferant ist er sehr wichtig. „Immer mehr Menschen möchten in einem Holzhaus wohnen. Holzbauten bieten viele Vorteile: sie sind schneller fertig als normale Bauten, energetisch günstiger, der Wohlfühlfaktor ist höher und zudem schützen sie das Klima, da Holz CO2 speichert“, führte Honold aus. „Selbst mehrgeschossige Holzbauten sind mittlerweile kein Problem mehr.“ Zudem ist der Wald ein guter Wasserspeicher und bietet der Landschaft Schutz vor Winden und Stürmen.

Beim zweiten Stopp kam das Thema Strukturdurchforstung zur Sprache. Anhand mehrerer an einer gespannten Wäscheleine aufgehängter Plakate erläuterte der Forstamtsleiter das Konzept. Wälder mit einem hohen Anteil an Fichten sind in Zeiten des Klimawandels nicht zukunftsfähig, da die Flachwurzler in ausgedehnten Trockenphasen zu wenig Wasser erreicht und sie dadurch sehr anfällig für Insektenbefall und Sturmschlag werden. Mit Hilfe des neuen Konzeptes soll ein stabiler Mischwald entstehen, der sich sowohl in den Baumarten als auch in deren Alter gemischt zusammensetzt.

Der Lauber Wald ist zwar ein fichtenbetonter Wald, aber trotzdem gibt es auch etliche Laubbaumarten, die ihre Saat verteilen. „Viele Baumarten wachsen durch Samenflug und -aufschlag natürlich im Wald. Unsere Aufgabe ist es, auf die richtige Mischung zu achten und den neuen Bäumchen genügend Licht und Platz einzuräumen, damit sie wachsen können.“ Durch das Fällen alter Fichten kann dies gewährleistet werden. Hauptproblem für das Gedeihen einer Naturverjüngung ist allerdings der Verbiss durch das Wild. „Wir beobachten das Wald-Wild-Verhältnis anhand von Monitoring-Zäunen. Wenn im eingezäunten Bereich die Naturverjüngung deutlich besser wächst als im nicht eingezäunten Bereich, müssen wir handeln.“

Nach dem interessanten Ausflug in den Wald der Zukunft, konnte ein Radharvester des Forstbetriebs Neher bei der Holzernte in Aktion erlebt werden. Innerhalb kürzester Zeit erledigte die Maschine alle Arbeitsvorgänge: Baum fällen, entasten, ablängen und die Sortimente am Gassenrand ablegen. Bis zu 15 Festmeter können so in einer Stunde gerade in schwächeren Holzgebieten geerntet werden – sechsmal so schnell wie ein Arbeiter.

Forstamtsleiter Honold hob neben der Effektivität der Maschine auch den Sicherheitsaspekt bei der Baumfällung hervor. In ausgewiesenen Holzrückegassen darf der Harvester in den Wald hineinfahren. Eher selten kommen auch noch Pferde zum Einsatz, die gefällte Bäume bis zur Gasse vorrücken.

Zum Abschluss der Waldbegehung bedankte sich das Stadtoberhaupt bei Stefan Honold für seine außerordentlich informative und kurzweilige Führung durch den Wald.

Forstamtsleiter Stefan Honold (2.v.l.) erklärte den Teilnehmern der Waldbegehung viel über den Wegebau, das Waldbaden und den Wald als Rohstofflieferanten. (Fotos: V. Weyrauch / Pressestelle Stadt Memmingen)
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